Keller lüften im Winter
Klingt kontraintuitiv, ist aber physikalisch logisch: Der Winter ist die beste Jahreszeit, um Ihren Keller zu entfeuchten. Kalte Winterluft enthält deutlich weniger Feuchtigkeit als warme Sommerluft.
Warum funktioniert Lüften im Winter besser?
Die Physik dahinter ist einfach: Kalte Luft kann weniger Wasserdampf aufnehmen als warme Luft. Außenluft bei 0 °C und 80 % relativer Feuchte enthält absolut weniger Wasser als Kellerluft bei 15 °C und 70 %.
Ein Beispiel:
Keller
15 °C, 70 % RH
Taupunkt: 9,3 °C
Außenluft (Winter)
2 °C, 85 % RH
Taupunkt: −0,2 °C
Differenz: 9,5 °C → Lüften ist sehr sinnvoll!
Im Sommer wäre es umgekehrt: Außenluft bei 28 °C und 75 % hat einen Taupunkt von 23,2 °C – deutlich höher als die Kellerluft. Lüften würde Feuchtigkeit hereinbringen.
Wann Sie im Winter NICHT lüften sollten
Auch im Winter gibt es Ausnahmen:
- Bei Regen oder Nebel: Die Außenluft ist nahezu gesättigt (nahe 100 % RH). Lüften bringt dann keinen Vorteil.
- Bei milden Wintertemperaturen (über 10 °C): An warmen Wintertagen kann die Außenluft feuchter sein als erwartet.
- Bei extremer Kälte (unter −10 °C): Wasserführende Leitungen könnten einfrieren. Kurz stoßlüften statt dauerhaft lüften.
Richtig lüften: So machen Sie es
- Taupunkt prüfen: Nutzen Sie den Rechner unten. Differenz ≥ 3 °C = Lüften sinnvoll.
- Stoßlüften statt Kippen: 10–15 Minuten Fenster weit öffnen ist effektiver als stundenlang gekippte Fenster.
- Mehrmals täglich: 2–3 mal am Tag lüften bringt mehr als einmal lang.
- Oder automatisieren: Ein Shelly-Sensor misst kontinuierlich und schaltet bei Bedarf einen Lüfter per Relais ein. Kein manuelles Prüfen mehr nötig.